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Kurpfälzer Meile der Innovationen

Mannheimer Stunden 1780

Mannheimer Stunden 1780

Johann Jacob Hemmer (1733 - 1790)

Heute ist es für uns selbstverständlich, im Fernsehen den Wetterbericht zu sehen oder im Internet die Wettervorhersage für die nächsten Tage abzurufen. Im Altertum glaubte man noch, das Wetter würde von den Göttern bestimmt und versuchte sie durch Opfergaben zu beeinflussen. Die erste systematische Darstellung der Erscheinungen der Lufthülle beschrieb Aristoteles in seinem Buch „Metereologica“, das noch bis Ende des 17. Jahrhunderts als Standartlehrbuch galt. Im Mittelalter wurden zwar Wetterbeobachtungen in Hauskalendern notiert und daraus Wetterregeln oder auch Bauernkalender entwickelt, wie zum Beispiel der „100-jährige Kalender“. Mit einer Wettervorhersage hatte das aber nichts zu tun.

Die ersten Wettervorhersagen verdanken wir Johann Jakob Hemmer. Er wird am 13. Juni 1733 als neuntes von zehn Kindern der Kleinbauern Wilhelm und Anna Margaretha Hemmer in dem kleinen Dorf Horbach, nahe Kaiserslautern, geboren. Johann Jacob ist ein wissbegieriges Kind. Schon früh zeigt sich seine außerordentliche Begabung. Ein Orgelspiel beeindruckt ihn so sehr, dass er in 'Lautern' das Instrument erlernen möchte, was ihm nach langem Bitten erlaubt wird. Als er dabei Schülern der Lateinschule begegnet, entsteht bei ihm der Wunsch, auch dort lernen zu dürfen. Auf Vermittlung des Gemeindepfarrers Johann Stertzner darf er die Lateinschule besuchen.

Doch schon nach einem Jahr können seine Eltern das Schulgeld nicht mehr aufbringen und Johann Jakob muss nach Horbach zurückkehren. Mit einer Zukunft als Bauer kann er sich jedoch nicht anfreunden. Dazu fasziniert ihn das Studium der Wissenschaften zu sehr. Und so reift in ihm der Entschluss, Heimat und Familie heimlich zu verlassen. Mittellos macht er sich auf den Weg nach Köln, wohin er sich als wandernder Sänger und Lautenspieler durchschlägt. Auch in Köln verdient er seinen Lebensunterhalt zunächst mit seinem Lautenspiel bis er endlich Aufnahme am Jesuitengymnasium findet. Schon bald wird er dort als Klassenbester mit Preisen ausgezeichnet.

Er wird Hauslehrer der Patrizierfamilie von Guaita und kann sich mit seinem Verdienst ein Studium der Philosophie und Mathematik finanzieren. Dem schließt sich ein Theologiestudium am Jesuitenkolleg an. Auf Wunsch seines Vaters verzichtet Johann Jakob aber auf das Ordensgelübde und kehrt in die Pfalz zurück. Der inzwischen nach Dirmstein versetzte Pfarrer Stertzner vermittelt Hemmer eine Stelle als Hauslehrer bei dem Freiherrn Franz Georg von Sturmfeder, dem Kammerherrn des Kurfürsten Carl Theodor.

Am 31. Januar 1760 wird Hemmer zum Hofkaplan des Kurfürsten berufen. Der ebenso gebildete wie großzügige Herrscher fördert nicht nur die Künste, wie etwa die Musik der Mannheimer Schule, sondern auch die Naturwissenschaften. Unter Carl Theodor (7) entwickelt sich Mannheim zu einem europäischen Zentrum für Wissenschaft und Musik. Auch die der allgemeinen Nutzung zugängliche Hofbibliothek steht in hohem Rang.

Im April 1767 wird Hemmer außerordentliches Mitglied der fünf Jahre zuvor gegründeten pfälzischen Akademie der Wissenschaften und ein Jahr später ordentliches Mitglied. Neben seinen naturwissenschaftlichen Forschungen widmet sich Hemmer auch der Reform der deutschen Sprache. Die Bürger und Bauern, von denen kaum jemand lesen kann, sprechen Dialekt, die Gebildeten Französisch und die Gelehrten Latein. Dies erscheint Hemmer für die Verbreitung der Wissenschaften nicht geeignet. Er setzt sich dafür ein, Wörter genau so zu schreiben wie sie gesprochen werden und wendet sich gegen den übermäßigen Gebrauch von Fremdwörtern. Heutzutage wünscht man sich oft auch jemanden wie Hemmer. Später fordert er sogar die Einführung  der  Kleinschreibung außer bei Eigennamen und am Satzanfang.

1769 veröffentlicht Hemmer unter dem Titel „Abhandlung über die deutsche Sprache zum Nutzen der Pfalz“ sein erstes Werk. 1771 folgen seine „Vertheidigungsschrift“ und 1775 seine „Deutsche Sprachlehre zum Gebrauche der kurpfälzischen Lande“.  Unter dem lateinischen Pseudonym Jakob Domitor (Bezwinger) erscheint 1776 sein „Grundriss einer dauerhaften Rechtschreibung“.

Hemmers fortschrittliche Sprachreform kann sich aber nicht durchsetzen. Doch im Jahr 1775 wird in der kurfürstlichen Oper, wo bis dahin nur italienisch gesungen wurde, das Singspiel „Alceste“ in deutscher Sprache aufgeführt. Hemmer erlebt 1777 auch die Aufführung der ersten deutschen Oper „Günter von Schwarzburg“ von Ignaz Holzbauer, einem bedeutenden Vertreter der „Mannheimer Schule“. Sicher wird er auch am Nationaltheater das im Januar 1782 uraufgeführte deutsche Schauspiel „Die Räuber“ des jungen Dichters Schiller gesehen haben.

Im Auftrag des naturwissenschaftlich gebildeten Kurfürsten Carl Theodor, der gerne auch selbst physikalische Experimente durchführt, richtet Hemmer im Schlosspavillon zwischen Opernhaus und Jesuitenkolleg - wo sich heute das Amtsgericht befindet - ein physikalisches Kabinett ein. Es ist mit Waagen, optischen Instrumenten, Luftpumpen und Messgeräten wie Thermometer und Barometer ausgestattet. Nicht fehlen dürfen auch Apparate für die in Mode gekommenen  Experimente mit Elektrizität. Solche können die Damen und Herren der Gesellschaft bei Hemmers populärwissenschaftlichen Vorträgen über „Erfahrungsnaturlehre“ erleben. Damit trägt er zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse bei. Insbesondere seine Versuche zu den Phänomenen der Elektrizität finden großes Interesse.

Als im Jahre 1764 der Saalbau des Heidelberger Schlosses und 1769 der Marstall des Schwetzinger Schlosses durch Blitzeinschläge zerstört werden, befasst sich Hemmer intensiv mit der atmosphärischen Elektrizität und den Schriften Benjamin Franklins, einem der Gründer der Vereinigten Staaten. Franklin hatte schon 1752 nachgewiesen, dass Blitze die sichtbare Entladung elektrischer Energie sind und einen ersten Blitzableiter konstruiert.

Diese einfache Stange entwickelt Hemmer weiter zu einem „Fünfspitz“ mit senkrechter Auffangstange und einem waagerechten, in alle Himmelsrichtungen zeigenden Strahlenkreuz. Ein starker Metalldraht verbindet die „Wetterstange“ mit einer als Erdung in den Boden versenkten Bleiplatte.

Hemmer überzeugt den Kurfürsten davon, dass sein „Wetterleiter“ Gebäude sicher schützen kann. Am 27. Februar 1776 verfügt Carl Theodor als erster deutscher Fürst, alle öffentlichen Gebäude mit Hemmers „Fünfspitz“ vor Blitzeinschlägen zu schützen.

Es ist sicher kein Zufall, dass Hemmer seinen ersten „Wetterleiter“ im April 1776 auf dem Dach des Schlosses von Trippstadt bei Kaiserslautern montiert. Erbauer des Schlosses ist Freiherr Franz Karl Josef von Hacke, der Schwager von Hemmers ehemaligem Dienstherrn und Förderer Franz Georg Ernst von Sturmfeder.

Bereits im Juli 1776 werden auf dem Schwetzinger  Schloss, der kurfürstlichen Sommerresidenz, Blitzableiter installiert, Sie verrichten dort noch heute ihren Dienst. Im November folgen die Pulvertürme in Heidelberg und später auch das Mannheimer Schloss, das Zeughaus, das Alte Rathaus und die Kirche St. Sebastian. Auch das Rohrbacher Schlösschen, das spätere Tuberkulose-Krankenhaus, an dem Albert Fraenkel später wirkt, erhält einen Blitzableiter.

Doch es bedarf viel Aufklärung bis sich die Blitzableiter gegen Bedenken und Widerstände durchsetzen. Manche halten sie für unnütz. Für die Gottesfürchtigen ist es frevelhaft, Blitze abzuleiten, da diese ein Werkzeug göttlichen Zornes seien, gegen den man nicht eingreifen dürfe. Nur lauter Glockenschall, so wurde weithin geglaubt, vertreibe das Unwetter. Das allgemein übliche „Wetterläuten“ ist jedoch nicht nur wirkungslos, sondern oft sogar gefährlich. Nicht selten kam es vor, dass der Glöckner beim Läuten der Glocke vom Blitz getroffen wurde. Im Jahre 1784 wird das Wetterläuten schließlich auf Betreiben Hemmers verboten.

Hemmer veröffentlicht mehrere Aufklärungsschriften. So die 1783 erschienene Abhandlung „Kurzer begriff und nuzen der Wetterleiter“, die „Anleitung, Wetterleiter an allen gattungen von gebäuden auf die sicherste art anzulegen“ von 1786 sowie die „Verhaltensregeln, wenn man sich zur gewitterzeit in keinem bewaffneten gebäude befindet“ von 1789. Er entkräftet die Bedenken und erklärt, dann dürfe man auch nicht „den wilden Wasser Dämme, dem Regen Dächer, der Kälte Kleidung und warme Zimmer entgegensetzen. Wenn es eine Verwegenheit sein soll, den Blitz von den Gebäuden abzuhalten, so muss es auch ebenso wohl eine sein, das Feuer zu löschen. Man müsste also den wütenden Flammen ruhig zusehen, um dem göttlichen Willen nicht zu nahe zu treten.“

Bis zu seinem Tod werden bis München und Düsseldorf mehr als 150 Gebäude mit Blitzableitern versehen, deren Montage Hemmer mit wenigen Ausnahmen auch selbst überwacht.

Schon seit jeher möchten die Menschen wissen, wie sich das Wetter entwickeln wird. Ob sie zum Beispiel das Getreide noch etwas reifen lassen können oder ob ein die Ernte gefährdendes Unwetter bevorsteht. Aber außer Windfahnen, Regenmesser und Bauernregeln gibt es keine Hilfsmittel. Das Thermometer wird erst im Jahre 1592 von Gallilei erfunden und das Barometer zur Messung des Luftdrucks im Jahre 1643 von Evangelisto Torricelli. In Italien und England wird zwar bereits ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts versucht, durch Wetterbeobachtungen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gelangen. Diese Versuche scheitern jedoch ebenso wie eine  Eingabe des Karlsruher Physikers Johann Lorenz Böckmann an den Markgrafen Karl Friedrich von Baden, eine Witterungsanstalt mit Beobachtungsstationen an 16 badischen Orten einzurichten.

An der Mannheimer Akademie befasst sich Georg von Stengel mit der Wetterkunde. Sein Sohn Stephan, der 1778 dem Kurfürsten Carl Theodor in die neue Residenz nach München folgt, erläutert dem Kurfürsten die Mannheimer Wetterbeobachtungen und vergleicht sie mit denen aus München. Gemeinsam mit seinem Vater und Hemmer plant er die Gründung einer Meteorologischen Gesellschaft und verfasst eine Bittschrift an den Kurfürsten. Der wissenschaftlich gebildete Carl Theodor verspricht sich daraus Vorteile, vor allem für die Landwirtschaft. Auch will er Mannheim für seinen Wegzug nach Bayern entschädigen und erfüllt gerne den Wunsch. Er stimmt nicht nur der Gründung zu, sondern ist sogar bereit, die Kosten aus der Kabinettskasse zu finanzieren.

Am 15. September 1780 unterzeichnet Kurfürst Carl Theodor in München die Stiftungsurkunde der „Societas Meteorologica Palatinae“. Darin steht „Die Wissenschaften, die einen unmittelbaren Einfluß auf des Menschen Leben und seine täglichen Beschäftigungen haben, verdienen eine besondere Beachtung, Aufmerksamkeit und Fürsorge. Aus diesen Gründen haben Seine Kurfürstliche Durchlaucht die Witterungslehre ihres höchsten Schutzes gewürdigt und Anstalten treffen lassen, daß an mehreren wichtigen Orten der Kurfürstlichen Erblanden, auch in anderen Gegenden Europas und der übrigen Weltteile künftig mit möglichst gleichartigen Instrumenten tägliche Beobachtungen gemacht und eingesammelt werden sollen.“ Zur Erreichung dieses Zieles wird an der Mannheimer Akademie der Wissenschaften neben der historischen und der physikalischen eine metereologische Klasse eingerichtet.

Johann Jacob Hemmer wird zu ihrem Sekretär berufen und ihm werden der Hofastronom und Leiter der neuen Sternwarte, Christian Mayer sowie der junge Astronom Karl König als Mitarbeiter zur Seite gestellt. Insbesondere der international angesehene Christian Mayer kann durch seine Kontakte zu anderen Sternwarten, Akademien und Klöstern Hemmer beim Aufbau des ersten weltweiten Wetter-Beobachtungsnetzes helfen. Denn um die Erscheinungen und Entwicklungen des  Wetters zu verstehen und eine Vorhersage zu ermöglichen, sind viele großräumig verteilte Mess-Stationen erforderlich.

 

Das internationale Interesse an einer Mitarbeit ist groß. Nur aus England, Irland und Wien kommt keine Antwort. Aber es beteiligen sich nicht nur 14 Stationen in ganz Deutschland, sondern auch in Schweden, Dänemark, Norwegen, Holland, Belgien, Frankreich, Italien, Ungarn und sogar Grönland, Rußland und Nordamerika. Die Mannheimer Station wird im Obergeschoss des westlichen Schlossturmes eingerichtet.

Jede der 39 von Hemmer ausgesuchten Beobachtungsstationen erhält auf Kosten des Kurfürsten ein Paket mit speziell angefertigten Instrumenten wie Barometer, Thermometer sowie einen von Hemmer entwickelten Feuchtigkeitsmesser. Auf Wunsch wird auch eine Deklinationsnadel (deklinatorum magneticum) mitgeliefert, mit der sich die Abweichungen des Erdmagnetfeldes von der geografischen Nordrichtung messen lassen. Neben einer Anleitung zum Bau eines Windrichtungsmessers wird auch eine von Hemmer ausgearbeitete Tabelle zur Verfügung gestellt, in welche die Messergebnisse einzutragen sind.

Wettererscheinungen wie Bewölkung, Gewitter und die Art der Niederschläge sind mit speziell hierfür vorgesehenen Symbolen zu kennzeichnen. Selbst Beobachtungen über die Blühzeiten von Pflanzen und die Erträge von Ernten oder auch die Zeitpunkte von Ankunft und Abflug der Zugvögel sowie Ungezieferbefall sollen eingetragen werden. Um eine einheitliche Arbeitsweise zu gewährleisten, ist jedem Paket eine präzise Beobachtungsanleitung beigefügt. Darin ist zum Beispiel vermerkt, wie und wo das Barometer aufzuhängen ist und vor allem auch, dass die Messinstrumente zu gleichen Zeiten, nämlich um 7, 14 und 21 Uhr Ortszeit abzulesen sind. Diese Uhrzeiten nennt man in der Meteorologie heute noch die „Mannheimer Stunden“.

Die nach Mannheim per Schiff oder Postkutsche oft erst nach einem Jahr übermittelten Daten werden von Hemmer ausgewertet und ab 1783 in insgesamt 12 Jahresbänden der Ephimeriden veröffentlicht.  Sie stellen die ersten Daten für einen längerfristigen Wettertrend dar. Durch den Vergleich der verschiedenen Messergebnisse kann Hemmer viele meteorologische Erkenntnisse und Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Wetter und Klima gewinnen.

Die Ephimeriden stellen für die wissenschaftliche Forschung eine einzigartige Quelle dar. Alexander von Humboldt nutzt sie für seine vergleichende Wetterkunde von 1817. Auch heute sind die in den Reiß-Engelhorn Museen verwahrten Ephimeriden für die historische Forschung zur Beobachtung von Klimaveränderungen noch bedeutsam.

Als die Brüder Montgolfier im Juni in Annonay und im Herbst 1783 in Paris die ersten Heißluft-Ballons aufsteigen lassen, ist Hemmer davon so fasziniert, dass er selbst mit „Luftballen“ zu experimentieren beginnt. Von einem seiner Versuche berichtet am 14. April 1784 die Mannheimer Zeitung: „Heute Mittag um 12 Uhr nahm Herr Professor Hemmer ...Versuche mit  dem Luftballen in dem hießigen Schloßhofe vor. Der kleinere von 18 Zollen im Durchmesser .... erhob sich anfänglich langsam, hernach sehr schnell und stieg zu solcher Höhe empor, dass ihn endlich auch das schärfste Auge verlor. Der größere war von Papier und hatte 20 Schuhe im Durchmesser. Als man ihn nach eingehängtem Ofen füllen wollte, erhob sich ein heftiger Wind, der ihn gewaltig auf die Seite trieb...der anhaltenden Gewalt des Windes konnte er endlich nicht mehr widerstehen, und dieser zerriß ihn in 2 Stücke.“ Unter den Zuschauern ist auch Friedrich Schiller, der in Mannheim am „Don Carlos“ schreibt und in einem Brief über den Versuch berichtet.

Als Hemmer am 28. April 1790 auf dem Mannheimer Kaufhaus eine seiner Wetterstangen montieren will, fühlt er sich plötzlich so schlecht, dass er nach Hause geht und sich ins Bett legt. Der herbeigerufene Arzt, Leibarzt der Kurfürstin Elisabeth Augusta, notiert, dass Hemmer schon seit zwei Jahren bis zur Ohnmacht von Herzklopfen und oft aussetzendem Puls gequält war. Doch der Arzt kann nicht helfen. Hemmer stirbt am 3. Mai 1790 im Alter von nur 59 Jahren.

Sein Tod leitet das Ende der „Societas Metereologica Palatinae“ ein. Es werden immer weniger Daten nach Mannheim übermittelt, die finanzielle Unterstützung durch den Kurfürsten versiegt. Am 21. November 1795 wird der Westflügel des Schlosses von österreichischen Kanonen in Brand geschossen, wobei nicht nur die Oper, sondern auch das physikalische und das meteorologische Kabinett zerstört werden. Mit dem Erscheinen des 12. Bandes der Ephimeriden 1795 endet die „Societas Metereologica Palatinae“. An die einstigen Mess-Stationen erinnert heute nur noch das Observatorium des Deutschen Wetterdienstes auf dem Hohen Peißenberg in Bayern auf  977 Metern Meereshöhe, das älteste Bergobservatorium der Welt. 

Johann Jacob Hemmer begründet mit den systematischen Messungen seines Wetter-Beobachtungsnetzes und die von ihm entwickelten Standards die moderne Meteorologie.

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