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Kurpfälzer Meile der Innovationen

1880 Erster Fahrstuhl präsentiert in Mannheim

Werner von Siemens (1816-1892)

Erster Fahrstuhl präsentiert 12. Juli 1880 in Mannheim

Werner von Siemens (13.12.1816 - 06.12.1892)

Werner von Siemens wird am 13. Dezember 1816 als viertes von vierzehn Kindern geboren. Knapp 19 jährig tritt er in die  preußische Armee ein und erhält so Zugang zu einer Ausbildung an der Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin. Hier erwirbt er die Kenntnisse für seine späteren elektrotechnischen Entwicklungen.

Für das Militär konstruiert Siemens 1847 einen präzise arbeitenden Zeigertelegraphen und gründet noch im gleichen Jahr zusammen mit dem Mechaniker Johann Georg Halske die „Telegraphen Bau-Anstalt Siemens & Halske“. Bereits ein Jahr später richtet das junge Unternehmen die Telegraphenleitung von Berlin zur deutschen Nationalversammlung in Frankfurt ein. Damit wird die Firma so bekannt, dass auch internationale Aufträge folgen.

Als Werner von Siemens 1866 das „dynamoelektrische Prinzip“ entdeckt und seine erste Dynamomaschine baut, erkennt er sofort die Bedeutung der elektrischen Energie und sucht nach praktischen Anwendungsmöglichkeiten. Bei der Konstruktion seiner 1879 bei der Berliner Industrieausstellung vorgestellten elektrisch betriebenen Eisenbahn, kommt ihm der Gedanke, dass es auch möglich sein müsste, Aufzüge mit elektrischem Antrieb zu bauen. Bis dahin wurden die Aufzüge mit hydraulischem Antrieb bewegt, was aber sehr aufwändig und teuer war.

Im April 1880 erhält Werner von Siemens ein Schreiben des „Central-Comité“ der „Gewerbliche & Landwirtschaftliche Ausstellung des Pfalzgaus zu Mannheim“ mit der Bitte, für die Dauer der Ausstellung einen elektrischen Aufzug zu überlassen. Siemens sagt zu und beginnt mit der Konstruktion.

Eine an drei Seiten mit Gittern umgebene Plattform wird mit einem darunter  abgebrachten 3 PS starken Gleichstrommotor über ein Zahnradgetriebe mit einer Geschwindigkeit von einem halben Meter pro Sekunde emporgehoben.

Der an den 20 Meter hohen Aussichtsturm des Hauptzollamtes montierte Aufzug wird zur Sensation der zwischen Schloss und Parkring angesiedelten Pfalzgau-Ausstellung. Mehr als 8.000 Besucher lassen sich für 20 Pfennig von dem elektrischen Aufzug transportieren und können einen Blick über Mannheim genießen.

Der inzwischen zum geheimen Regierungsrat ernannte Dr. Werner Siemens leitet seinen Vortrag vor dem „Elektrotechnischen Verein“ am 26. Oktober 1880 mit den Worten ein: „Die Kraftübertragung durch dynamoelektrische Maschinen hat in dem von der Firma Siemens & Halske in Mannheim ausgestellten Aufzuge für Personen eine neue Anwendung gefunden, die von großer Bedeutung zu werden verspricht.“

Tatsächlich ermöglicht erst der elektrische Aufzug den Bau von Hochhäusern und den Siegeszug der Wolkenkratzer.

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